14. Juni 2026
Ursachen psychischer Leiden bei Kindern und Jugendlichen
Die Ursachen psychischer Leiden im Erwachsenenalter liegen häufig in der Kindheit und im Jugendalter.
Psychische Leiden in der Kindheit und im Jugendalter nehmen aktuell zu. Über die Ursachen gibt es eine Menge Spekulationen, Mutmaßungen und Mythen. Sowohl der Medienkonsum steht im Verdacht als auch die Folgen der Corona Pandemie und psychosoziale Faktoren der Familien.
Julian Schmitz ist Professor für Kinder- und Jugendpsychologie an der Universität in Leipzig. Er forscht zu diesem Thema und ist in seiner Praxis nahe am Geschehen dran. Wir dürfen davon ausgehen, dass er weiß wovon er spricht.
Auf der Preisträgerkonferenz für den Deutschen Schulpreis 2026 hält er einen beachtenswerten Vortrag. Er räumt darin mit gängigen Mythen auf und nennt einen oft übersehenen Faktor der Misere: die Schulen. Julian Schmitz belegt anhand von Zahlen einerseits, dass die meisten Schulen das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern ungenügend berücksichtigen. Er belegt aber ebenso in Zahlen und Fakten, dass es bereits Schulen gibt, die das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Er belegt ebenso, dass genau dieser Paradigmenwechsel unerlässlich ist für das Überleben einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft.
Er belegt, dass einzelne Programme der Schulsozialarbeit an der Sache vorbei gehen und den Betroffenen nicht helfen. Eine wirkliche Entlastung wird erst erreicht, wenn Schülerinnen und Schülern echte Mitspracherechte eingeräumt werden und jeder Schüler, jede Schülerin Selbstwirksamkeit im Schulalltag erleben kann.
Ich wundere mich immer noch, warum wir so wenig schulisches Wohlbefinden regelhaft in Schulevaluationen drin haben. … Wie es Kindern und Jugendlichen geht, wird kaum erfasst. Auch das, finde ich, müsste sich ändern.
Prof. Dr. Julian Schmitz
Wer psychische Leiden in ihrer Ursache verstehen möchte, wer gesellschaftliche Phänomene verstehen möchte, sollte sich diesen Vortrag ansehen.
Vortrag von Prof. Julian Schmitz auf der Preisträgerkonferenz für den Deutschen Schulpreis 2026
Dieser Text erschien ursprünglich auf der Seite klare-motive.de.